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GKV- und PKV-Leistungen in der Physiotherapie

Physiotherapeutische Leitungen gemäß Rahmenvertrag für Physiotherapeuten (§125 Abs. 1 SGB V).

Klassische Masssagetechnik

Manuelle, mechanische Anwendung der Massagegrundgriffe Streichungen, Knetungen, Friktionen, Klopfungen (Erschütterungen) und Vibrationen sowie deren Kombination und Variationen.

Therapeutische Wirkung:

  • Lösung von Adhäsionen in Gleit- und Schiebegeweben zwischen Haut, Unterhaut, Muskel
    und Bindgewebe.
  • Abtransport schmerzerzeugender Substanzen, Anregung des Muskelstoffwechsels.
  • Einwirkung auf das Gefäßsystem.
  • Wirkung auf Proprio- und Mechanorezeptoren mit Normalisierung des Muskeltonus.
  • Reflektorische Beeinflussung von Durchblutung und Muskeltonus
  • Schmerzhemmung.

Krankengymnastische Behandlungstechniken

Krankengymnastische Behandlungstechniken dienen z. B. der Behandlung von Fehlentwicklungen, Erkrankungen, Verletzungsfolgen und Funktionsstörungen der Haltungs- und Bewegungsorgane sowie der inneren Organe und des Nervensystems mit mobilisierenden und stabilisierenden Übungen und Techniken zur Verbesserung der passiven Beweglichkeit, der Muskeltonus Regulierung sowie zur Kräftigung und Aktivierung geschwächter Muskulatur oder dienen der Behandlung von Folgen psychischer/psychophysischer Störungen im Bereich der Bewegungsorgane. Information, Motivation und Schulung des Patienten über gesundheitsgerechtes und auf die Störung der Körperfunktion abgestimmtes Verhalten (Eigenübungsprogramm) sowie die Schulung des Patienten und ggf. der betreuenden Person im Gebrauch seiner Hilfsmittel
sind Bestandteil der Leistung.

Vorbereitende und ergänzende Maßnahmen der physikalischen Therapie können in Kombination zur Erreichung eines Therapiezieles zur Anwendung kommen.

Therapieziel:

  • Verbesserung der aktiven Beweglichkeit, Steigerung der Muskelkraft, Ausdauer, Schnellkraft.
  • Verbesserung der Koordination, der Haltung und des Gleichgewichts.
  • Zunahme der passiven Beweglichkeit der Gelenke und der Wirbelsäule.
  • Schmerzlinderung.
  • Verbesserung der kardiopulmonalen, Kreislauf- und anderer Organfunktionen.
  • Beeinflussung der Atmungsmechanik und Atmungsregulation (Atemtherapie).
  • Beseitigung oder Verminderung von Fähigkeitsstörungen im tgl. Leben mit Erarbeitung und der Beherrschung bestmöglicher ökonomischer Bewegungsabläufe.

Keine Krankengymnastik (KG) in der Gruppe oder im Bewegungsbad.

Manuelle Lymphdrainage

SystematischerAnordnung und rhythmischer Folge von Drehgriffen, Schöpfgriffen, Pumpgriffen sowie stehenden Kreisen und Spezialgriffen.

Therapeutische Wirkung:

  • Abflussförderung der interstitiellen Flüssigkeit über Lymph- und Venengefäßsystem sowie
    Gewebsspalten.
  • Steigerung der Lymphangiomotorik.
  • Lockerung fibrosklerotischen Bindegewebes.
  • Hebung des Parasympathicotonus

Behandlungszeiten: 30, 45 oder 60 Minuten inkl. Nebenleistungen

Manuelle Therapie

Von Therapeuten durchgeführter Teil der manuellen Medizin auf der Grundlage der Biomechanik und Reflexlehre zur Behandlung von Dysfunktionen der Bewegungsorgane mit reflektorischen Auswirkungen. Sie beinhaltet aktive und passive Dehnung verkürzter muskulärer und neuraler Strukturen, Kräftigung der abgeschwächten Antagonisten und Gelenkmobilisationen durch translatorische Gelenkmobilisationen. Anwendung einer gezielten impulslosen Mobilisation oder von Weichteiltechniken. Die krankengymnastische manuelle Therapie enthält keine passiven Manipulationstechniken von blockierten Gelenkstrukturen an der Wirbelsäule.

Therapeutische Wirkung:

  • Gelenkmobilisation durch Traktion oder Gleitmobilisation.
  • Wirkung auf Muskulatur, Bindegewebe und neurale Strukturen.
  • Kräftigung abgeschwächter Muskulatur.
  • Wirkung auf Gelenkrezeptoren, Sehnen- und Muskelrezeptoren durch Hemmung
    oder Bahnung.

Craniomandibuläre Dysfunktion

Craniomandibuläre Dysfunktion bezieht sich auf Störungen im Bereich des Kiefers und des Schädels. Diese können sich in Form von Beschwerden wie Kiefergelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen oder Problemen beim Kauen äußern. Die Behandlung von CMD umfasst therapeutische Maßnahmen wie Physiotherapie, manuelle Therapie, Aufbissschienen oder Verhaltensänderungen, um die Funktionalität des Kauapparates zu verbessern. Eine interdisziplinäre Herangehensweise von Fachleuten wie Zahnärzten, Orthopäden und Physiotherapeuten ist oft erforderlich.

Therapeutische Wirkung:

Die therapeutischen Wirkungen bei Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) umfassen die Verbesserung der Kiefergelenksfunktion, Reduzierung von Schmerzen im Kieferbereich, Nacken und Kopf, Linderung von Dysfunktionen wie Knacken im Kiefergelenk, sowie die Wiederherstellung der normalen Kieferbewegungen und der Bissfunktion. Durch gezielte therapeutische Maßnahmen kann die Muskelentspannung und die Balance im Kiefergelenk wiederhergestellt werden, was zu einer verbesserten Lebensqualität und Schmerzlinderung führt. Die ganzheitliche Behandlung durch Physiotherapeuten und andere Spezialisten zielt darauf ab, die Ursachen der CMD zu behandeln und langfristige Verbesserungen zu erzielen.

Elektrotherapie

Elektrotherapie/-behandlung mit individuell eingestellten Stromstärken und Frequenzen
unter Verwendung

  • galvanischer Ströme.
  • niederfrequenter Reizströme (z. B. diadynamischer Ströme).
  • mittelfrequenter Wechselströme.

a) Galvanische Ströme: durch Ionenverschiebung Hyperämie im Bereich der Elektroden, Analgesie, Herabsetzung der motorischen Schwelle, Verbesserung der Trophik.

b) Niederfrequente Wechselimpulsströme: Reizung von Nervenfasern. Dadurch Beeinflussung des Schmerzes, Resorptionsförderung und Verbesserung der Durchblutung.

c) Mittelfrequente Wechselströme/Interferenzströme: Je nach Amplitudenmodulation Überwiegen der analgetischen Wirkung oder der motorischen Wirkung mit Muskelkontraktion und anschließender Muskelerschlaffung, Sympathikusdämpfung.

Wärmetherapie

Behandlung mit gestrahlter oder geleiteter Wärme durch unmittelbare Erwärmung. Mit Paraffinen und/oder Peloiden (z. B. Fango, Moor, Teilbäder mit Paraffin oder Einmalmoorpackungen) einschließlich der erforderlichen Nachruhe.

Therapeutische Wirkung:

  • Arterielle Hyperämie, Stoffwechselsteigerung, dadurch auch entzündungshemmend.
  • Muskeldetonisierung.
  • Verbesserung der Dehnfähigkeit von bindegewebigen Strukturen.
  • Reflektorische Reaktionen auf innere Organe.
  • Schmerzdämpfung.
  • Vegetativ/psychische Entspannung bei großflächiger Wärmeapplikation.
  • Als ergänzendes Heilmittel zu anderen physikalischen Maßnahmen zur Wirkungssteigerung.

Kältetherapie

Behandlung mit lokaler Applikation intensiver Kälte in Form von Eiskompressen tiefgekühlten Eis-/Gelbeuteln (in strapazierfähiger Plastikfolie eingeschweißte gelartige Silikatmasse).

Therapeutische Wirkung:

  • Dämpfung von Entzündungen.
  • Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit mit Hemmung der Nozizeptoren.
  • Anregung der Aktivität der Muskelspindeln mit Muskeltonuserhöhung bei kurzzeitigem Kältereiz.
  • Minderung der Aktivität der Muskelspindeln mit Muskeltonussenkung bei länger dauerndem Kältereiz.